The Day before…. Oder ganz einfach der Tag vor der Abreise:
Hi ihr,
hier sind wieder die Wießdorf Wanderer – alias Torsten und Stephie.
Lange war unsere Tour geplant. Abend für Abend, Gespräch für Gespräch und Gedanke für Gedanke kamen wir unserem Ziel näher. Ursprünglich wollten wir mit dem Fahrrad – mit Sack und Pack – von Düsseldorf bis zur Nordseeküste fahren. Leider… oder vielleicht auch zum Glück… kam es anders, und wir konnten diese Tour nicht wie geplant mit dem Fahrrad antreten.Aber aufgeben? Keine Option.Die Hotels waren bereits gebucht. Also ging das Gedankenkarussell los:
„Man könnte ja…“
„Man müsste…“
„Wir sollten…“
Und plötzlich war sie da – die neue Idee: Wenn das mit der Fahrradtour nicht klappt, dann nehmen wir einfach das Auto, fahren von Station zu Station und erkunden alles zu Fuß.Problem gelöst. Zumindest fast.
Denn das Thema Gepäck… nun ja. Ein Fluch und ein Segen zugleich.Unsere sorgfältig geplanten Packlisten waren plötzlich hinfällig. Jedes Teil, das ursprünglich mit sollte, wurde gefühlt durch drei weitere ersetzt.
Ein Fön? Klar, kommt mit.Schuhe? Natürlich – am besten gleich vier Paar.Fahrradsachen? Brauchen wir nicht… aber dafür Laufsachen, Wandersachen, Jeans für „gut“ und Jeans für „nicht so gut“, kurze und lange Hosen – und stellt euch vor: sogar frische Unterwäsche für jeden Tag. Luxus pur!
Ach ja – unsere Wanderrucksäcke samt Zubehör durften natürlich auch nicht fehlen. Man will ja vorbereitet sein. So begann also unser – für uns unglaublich spannendes – Abenteuer.
Auto getankt… (Autsch, das tat weh.)
Auto gepackt… (Und wie!)
Aus ursprünglich vier Gepäcktaschen wurden:
zwei große Reisetaschen,
eine Schuhtasche,
zwei Kühltaschen,
zwei Wanderrucksäcke,
ein Beautycase
und jede Menge Kleinkram.
Aber egal.
Endlich geht es los!
18.4.2026 Herne
Morgens ins Auto gesetzt und die erste Strecke gefahren. Klar, es waren keine großen Kilometer, die Strecke war nicht besonders schön und erst recht nicht vergleichbar mit den tollen Aussichten, die man beim Fahrradfahren hat. Aber gut – man muss eben das Beste daraus machen.
Unser erstes Ziel war Herne. Ja, Herne… Ruhrpott. Wir dachten schon im Voraus: Das ist nur ein Zwischenstopp, also hatten wir keine großen Erwartungen. Wir sind im Hotel eingecheckt… naja. Selbst diese ohnehin niedrigen Erwartungen wurden noch unterboten. Die Leute an der Rezeption wirkten völlig überfordert, und die Zimmer waren eine Mischung aus kaputt und dreckig. Irgendwo schlafen mussten wir ja – eine Nacht wird schon gehen. Also nur die Koffer abgestellt und wieder raus.
Ab in die Innenstadt – oder eher vom Regen in die Traufe… es wurde wirklich nicht besser. Auf dem Weg durch die Fußgängerzone entdeckten wir eine kleine Eisdiele, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Eis bei Wind und Regen? Eigentlich keine gute Idee – aber der Geschmack war erste Sahne, einfach top.
Frisch gestärkt ging es weiter. Es war Samstag, und da morgen Sonntag ist, brauchten wir noch etwas fürs Frühstück. Also ab zum Lidl für ein paar Kleinigkeiten. Nach der kleinen Shoppingtour ging es zurück in die Innenstadt. Wir wollten auch noch etwas essen – man weiß ja nie, wie die Nacht so wird.
Also ab ins Café Extrablatt in Herne. Eine Pizza für zwei und zwei kalte alkoholfreie Weizen – und immerhin: Das war ein echter Gaumenschmaus.
Danach standen wir vor der Entscheidung: zurück aufs Zimmer oder noch ein zweites Bier? Wir haben uns dann für ein weiteres Bier entschieden und sind anschließend zurückgelaufen.
Unsere Erwartungen waren wirklich nicht hoch – aber jetzt wissen wir beide: Sollten wir diese Tour nochmal mit dem Rad machen, dann definitiv auf einer anderen Strecke. Eigentlich schade, aber wenn man es nicht ausprobiert, weiß man es eben nicht.
Der morgige Tag wird bestimmt besser.
19.4.2026 Billerbeck












Billerbeck … noch nie gehört, aber kaum im Hotel „Am Ludgerusbrunnen“ angekommen, schon schockverliebt. Ein historisches kleines Städtchen. Voller Natur und irgendwie strahlt die ganze Stadt eine gewisse Entschleunigung aus. Wahnsinn. Einfach schön.
Kaum angekommen, werden unsere Frühstücksdosen gepackt und die Trinkbeutel aufgefüllt. Noch fix die Wanderschuhe an und das Handy raus. Wo geht’s los? Wir brennen darauf, endlich die Umgebung zu erkunden. Navigation gestartet und ab dafür.
Noch müde von der Nacht davor und mit einem emotional gewissen Ekel ist die schlechte Laune schnell verschwunden. Nach guten 150 Metern vom Startpunkt strahlen wir uns an. Eine Bäckerei … aber nicht nur eine Bäckerei – nein, sie haben auch Kaffee. Heißen, leckeren Kaffee. Sehr gut, den gibt’s noch, bevor es losgeht.
Es riecht nach frischem Brot und leckerem Kaffee. Die Laune ist wieder ganz weit oben und so beginnen wir unsere Wanderung in und um Billerbeck. Zwischen Feldern und Wiesen, zwischen Landstraße und Feldweg – von leichten Anstiegen über Waldwege mit Kugelbahn war wirklich alles dabei. Einfach traumhaft.
Nach guten 25 km sind wir wieder am Hotel angekommen. Völlig ausgeglichen, entspannt und gut kaputt checken wir endlich ein. Die nächste Überraschung: Wir öffnen die Tür und staunen nicht schlecht. Das Zimmer ist wundervoll. Riesiges Bad, super Bett und alles ist perfekt. Auch das Personal ist super freundlich. Es passt einfach perfekt – besonders nach der Nacht davor.
Auch etwas Infomaterial haben wir mitgenommen, denn hier kommen wir definitiv nochmal hin – entweder mit dem Rad oder für eine weitere Wanderung. Egal wie, wir haben Billerbeck wirklich lieb gewonnen.
Heute mussten wir auch gar nicht lange nach etwas Leckerem zu essen suchen, denn unweit vom Hotel gab es eine Pommesbude. Als wäre der Tag nicht schon perfekt gewesen, waren wir hier auch sowohl vom Personal als auch vom Essen selbst mehr als begeistert. Bei Bier und Hamburger haben wir den Tag noch etwas Revue passieren lassen, bevor wir wieder zurück zum Hotel sind.
Glücklich, müde und ziemlich fertig fallen wir nur noch ins Bett – aber mit einem Grinsen im Gesicht.
Billerbeck, du siehst uns definitiv wieder. Aber morgen müssen wir leider weiter.
20.4.2026 Salzbergen






Unser nächstes Ziel: Salzbergen. Auch hier wurden wir wieder positiv überrascht. Schon von außen macht die Unterkunft einiges her und wirkt wirklich sehr gemütlich.
Aber bevor es so richtig gemütlich wird, geht’s erstmal in die Wandersachen. Das Frühstück wird vorbereitet und unsere Trinkblasen gefüllt. Komoot geöffnet – und dann geht’s los. Der Startpunkt ist ganz in der Nähe… perfekt.
Heute haben wir einiges vor, also nicht lange warten und erstmal zur Bäckerei, einen Kaffee holen. Frisch gestärkt geht’s weiter in Richtung Bahnhof, um die historische Bahn zu begutachten… oder die Zeit zu nutzen, um bei Komoot herauszufinden, wie man eine Route umdreht. Egal – auch das klappt, also weiter geht’s.
Ein paar Abschnitte entlang der Hauptstraße und eher langweilige Wege wurden immer wieder von wunderschönen Aussichten und tollen Waldwegen belohnt. Stunde um Stunde sind wir unterwegs. Das Wetter spielt einigermaßen mit, sodass wir am Feldrand im hohen Gras gemeinsam frühstücken konnten – mhhh, lecker.
Wenn man genau hinschaut, kann man einiges entdecken. Dieses Mal haben es uns die Waldameisen besonders angetan – wirklich beeindruckende Geschöpfe.
Nach ziemlich langen, einfachen, geraden Strecken und kleinen Dörfern kommen wir immer wieder an liebevoll gebauten Wanderhütten vorbei. Weiter geht’s… Zwischendurch hört man, wenn man genau hinhört, ein leises „mimimi“ von hinten – aber gut, wie sagten die Pharaonen damals schon: „Los, los, die Pyramiden müssen fertig werden!“
Langsam nähern wir uns unserem Ziel – und dann fällt uns wieder ein, warum wir die Komoot-Route überhaupt umgedreht hatten… Baustelle. Mist. Also: noch eine halbe Stunde dranhängen oder einfach mal die Einheimischen fragen?
Und siehe da: Eine nette Bewohnerin bietet uns an, uns mit ihrem Auto in die Stadt zu fahren. Vielen Dank dafür nochmal!
Wir zwei dann noch kurz zu Lidl, etwas fürs Abendessen besorgen, und dann ab ins Hotel. Duschen, essen und schließlich langsam die Augen schließen – denn morgen gibt’s wieder Pyramiden zu bauen.
Alles in allem war Salzbergen wirklich ein Highlight. Egal ob Hotel oder Umgebung – es war einfach alles super. Danke, Salzbergen – wir kommen wieder.
Morgen geht’s aber erstmal weiter.